Beschreibung obere Burg Ende Beschreibung “obere Burg”. Der Bereich der oberen Burg ist wohl einer der interessantesten aber auch strittigsten Bereiche. Die Kühnheit der Aufbauten, die Schönheit der Architektur kann man bei diesem Bild noch erahnen.  Links und rechts den als mittlerer Bereich bezeichneten, in der Mitte der obere Bereich der Burg. Im  auskragenden Bereich (Bildmitte links) endet der heutige Treppenaufgang, welcher von der mittleren Burg kommt. Der farbliche Unterschied des Mauerwerks im Bereich Treppenaufgang, lässt darauf schließen, dass der obere Bereich, wo sich wohl der Zugang vom Treppenturm befand, neu aufgemauert worden ist. Folgt man der, im vordereren Bereich, hier nicht sichtbaren Steintreppe, welches wohl nicht der Originalaufgang ist, so gelangt man zu einem wie ein Erker auskragenden Fels. Hier befindet sich eine, in den Felsboden eingemeißelte Viertelkreisabarbeitung, diese war notwendig, um die sich vormals dort befindliche Tür öffnen, bzw. schließen zu können. Von der Tür selbst sind noch die Felsfunda-mente der Gewändsteine und die Vertiefung für die Achse der rechts angeschlagenen Tür zu sehen. Auch diese Brüstungsmauer an dem steil abfallenden Fels, wurde bei den 1979 – 1982 durchgeführten Renovierungsarbeiten neu hochgemauert.    Von dort verläuft der jetzige Zugang über den frei auskragenden Fels, über diese Erkerplattform, zu einem in den Fels gemeißelten, rundbogige Eingangstor mit einer alten Verrieglungsvorrichtung, dann weiter zu einer Felsenkammer mit einer gemauerten gotischen Tür. Diese legt Zeugnis über die Art der ursprünglichen Bebauung ab. Die seitlich angebrachten Halterungen für Klappläden, sind wohl erst spät im 15. oder 16. Jahrhundert angebracht worden. Der Fels wurde wohl an dieser Stelle ausgehöhlt und ausgemauert. Nach rechts betritt man eine schmale Felskammer, der Durchgang ist in den Fels gemeißelt. Vermutlich war von Natur aus der Fels zum Teil ausgehöhlt, störende Öffnungen verschloss man mit Mauerwerk. In dem gewachsenen Fels sind zwei schmale, mit viel Mühe in den Fels gehauene Räume erhalten. Wegen der Massivität des Felsen, hatten die französischen Soldaten wohl keine Chance, hier ihre Zerstörungswut fortzusetzen. Wenn es ihnen technisch möglich gewesen wäre, hätten sie bestimmt den gesamten Aufsatzfelsen weggesprengt. Nach dem durchschreiten der Felsenkammern, erreichen wir über ein kurzes Stück Weg, eine aus dem Felsen gemeißelten Treppe, diese führt zum obersten Bereich der Burg. Dieses ist der Punkt, wo man über alle bisherigen Beschreibungen nachdenken muss. Aufwendige in den Fels gehauene Kammern, mit einer wunderschönen gotischen Tür, all dieses soll lediglich als Durchgang dienen. Entspricht dieses tatsächlich dem ehemaligen Baubestand, hat es keine bessere Lösung gegeben als störend fast mittig im Raum, eine gemauerte Säule und rechts vom Ausgang ein Stück Mauerwerk einzubauen. Welch eine bescheidene Architektur und seltsame Planung, dieses ist eigentlich nicht möglich, denn staufische Burgen waren durchdacht und zweckmäßig. Somit muss eine Rekonstruktion des ehemaligen Zustandes durchgeführt werden. Am einfachsten ist es, hierzu einen Ausschnitt aus einer Luftaufnahme aus dem Jahre 2008 zu verwenden: Schnell ist zu erkennen wie der ursprüngliche Bauzustand war und der Zugang zur oberen Burg verlaufen ist. Es ist dazu notwendig, die offene Wind und Wetter ausgesetzte, im Winter wohl gefährliche und in Angriffszeiten relativ leicht einzunehmenden Treppe zu entfernen. Dafür bauen wir einen Treppenturm, in diesem befindet sich im unteren Bereich eine massive Holztreppe, damit haben die sich dort befindlichen Balkenlager einen Sinn.  Wir entfernen dann die nachträglich eingesetzte Stütze in der Felskammer oben und die sich an der zweiten Felskammer befindliche neue Mauer. Somit haben wir einen Durchgang,  dieser führt an den in den Fels gehauenen Kammern an der Außenseite des Fels, hinter einer Schildmauer, bis zum Treppenturm. Die in den Fels gehauenen Kammern, sind somit als geschlossene Räume einzeln oder auch zusammen nutzbar. Geht man durch sie hindurch, erreicht man den Erker, oder die Aussichtsplattform, auf der Südseite. Durch die Segmentbogentür erreichen wie die erste Felskammer, gehen wir hindurch erreichen wir wieder den natürlichen Erker. Anstelle der geschlossen Mauer bauen wir einen Durchgang, dieser stützt gleichzeitig die Decke der einen Felsenkammer. Die Außenmauer wird auf die ursprüngliche Höhe hochgezogen und reicht in voller Höhe bis zum Treppenturm, sie bietet damit auf die gesamte Länge als Schildmauer Schutz gegen Beschuss durch den Feind. So könnte die Aufgangssituation ausgesehen haben, eventuell war der Turm auch ein Stück zurückgesetzt und bestimmt mit einem Dach versehen. Dieses ist  mit 572 m der jetzige höchste Punkt der Wegelnburg, nur der Rehberg mit 577 m Höhe ist geringfügig höher. Die Umfassungsmauer des oberen Plateaus ist auch neu erbaut. Ursprünglich stand hier wohl ein Gebäude oder Turm, vielleicht als kleiner Wohnturm konzipiert. Ein Wohnturm zeichnet sich gegenüber einem Palas durch eine gesteigerte Wehrhaftigkeit, durch Mehrgeschossigkeit und oft auch in den Proportionen des Grundrisses, durch eine dem Quadrat angenäherte Form aus (während Palase in der Regel langrechteckig sind). Wohntürme  haben gegenüber Bergfrieden in der Regel eine größere Grundfläche und damit mehr Wohnqualität, was durch Einbau von Fenstern, Kaminen und Aborterkern noch gesteigert wird. Eventuelle Wohntürme der Wegelnburg erreichten diese Größe nicht. Die räumliche Enge auf der Wegelnburg, ist mit der Größe des Aufsatzfelsens zu begründen. Wegen dieses bescheidenen Platzangebots in den Türmen der Burg, können diese  nur als letzter Zufluchtsort angesehen werden.   Die Wegelnburg ist als Felsenburg und zum geringeren Teil als ausgehauene Burg entstanden. Um das recht beschränkte Platzangebot auf der Oberfläche der Burgfelsen zu vergrößern, wurde auch das Massiv des Felsens nutzbar gemacht. Durch das aushöhlen des Burgfelsens entstanden schmale Räume, Treppen und Übergänge. Die damit verbundene Errichtung der Wohngebäude auf dem isolierten oberen Felsmassiv, der wohl für einen inneren Burghof kein Platz mehr ließ, musste sehr zielstrebig erfolgt sein. Der Aufstieg auf den oberen Fels, konnte wohl ursprünglich in den ersten Jahren des Bestandes, bis zur Fertigstellung des Treppenturms nur mit hohen Leitern, oder sonstiger Hilfsmittel wie Aufzugskörbe oder ähnliches erfolgt sein. Der  überall vorhandene fast senkrechte  Felshang, wurde an Schwachstellen durch Mauerwerk ergänzt und geglättet. Drehen wir uns um 180 Grad,  so ist das etwas tiefer liegende Felsplateau mit dem Fundament der ehemaligen Windmühle zu sehen. Fälschlicherweise wird immer wieder behauptet, es würde sich um das Fundament einer im 19. Jahrhundert errichteten Aussichtsplattform handeln. An diesem Fels führt eine in den Stein gehauene Treppe abwärts auf ein tieferes Niveau, wo früher ein weiteres Gebäude stand. Durchschreitet man diesen Bereich, so gelangt man zu dem Fels, der wohl früher als Aussichtsplattform, mit einem Überbau versehen war. Dies ist der Aussichtspunkt auf dem zweiten Fels, der hier noch über eine Treppe zugänglich war. Wie Abbildungen dieser Aussichtsplattform zeigen, war das Geländer außen am Fels befestigt. Auf dem ersten Fels, im Vordergrund, der die kreisrunde Vertiefung  für die Windmühle aufweist, war ebenfalls ein Geländer montiert, dieses war nicht an der Außenseite des Fels befestigt. Etwa um 1907 datieren die nächsten Bilder, auf dem linken Bild wurde der Pavillon, auf der nördlichen zweiten Felsspitze, auf dem rechten Bild auf dem vorderen Teil des südlichen Felsteils, etwa da wo sich heute die runde Infotafel befindet, platziert. Es gibt noch einige weitere Varianten, bzw. Abbildungen des Pavillons, sie bringen jedoch alle keine weiteren Erkenntnisse, sondern sind als  Fantasie der Grafiker oder Drucker anzusehen. Deutlich ist auf dem zweiten Bild, neben der Treppe, der fehlende obere Teil der Mauer am Eck zu erkennen. Auch später etwa um 1990 wurde der zweite nördliche hintere Fels noch gerne als Aussichtspunkt benutzt. Etwa um 1939 wurde von der deutschen Wehrmacht auf dem ersten Fels eine Funkantenne installiert. Die Abspannungen dieser Antenne  wurden teilweise auf der gegenüberliegenden Seite der Felsplattform vorgenommen. Dieses erklärt zum  Teil die vorhandenen Löcher auf der gegenüberliegenden Felsseite, zum Teil sind es auch Balkenlöcher der ursprünglichen Bebauung. Dass wegen dieser  Funkantenne ein kreisrundes Fundament in den Fels eingemeißelt wurde, ist unwahrscheinlich. Wohl niemand hätte für eine vorrübergehend aufgebaute Abhörstation, solch einen Aufwand betrieben. Somit spricht alles dafür,  dass es sich bei dem kreisrunden Fundament um das Auflager einer Windmühle gehandelt hat.  Windmühlen müssen mit dem Wind gedreht werden,  deshalb die runde Form des Fundaments. Wenn Abarbeitungen für  Aussichtsplattformen durchgeführt worden wären, dann wohl auf beiden Felsen. Auch Walter Herrmann berichtet in seinem Buch „ Auf Rotem Fels“ Seite 199: Mühle: Auf dem nördlichen Felsklotz bezeichnet der untere, feststehende Teil einer Windmühle deren Standort. Zwei Mühlsteine befinden sich im mittleren Teil der Burg. Am Fels mit dem ehemaligen Pavillon  vorbei, über eine abwärts führende Treppe zu erreichen, stand ein Wohngebäude, die ur- sprünglichen sehr starken Außenwände, waren gleichzeitig die Außenwände. Wegen der Kompaktheit des Aufsatzfelsens, wäre aus reinen Platzgründen, eine Schildmauer mit einer dahinterliegenden Bebauung nicht sinnvoll gewesen. Eine unvergleichliche Aussicht ist die Belohnung des Besuchs der Burg.