Bedeutung
Es ist nicht auszuschließen, dass die Burg wegen ihrer mit 572 m alles über ragende
Höhenlage, als besonders wichtiges Objekt, von Ihren Erbauern bevorzugt mit
architektonischen Details, Einrichtungen und Ausstattungen versehen wurde. Diese sind
heute fast nicht mehr vorhanden, die spärlichen Reste werden übersehen oder bleiben
unbeachtet.
Mit Rücksicht auf die Veröffentlichungen der verschiedensten Fachschriftsteller und
Historiker, welche vielleicht nur wenige Stunden die Burg besucht haben, muss jedoch
festhalten werden, dass auf Grund des sichtbaren Baubestandes der Burg, auf den
ersten Blick die entscheidenden Details nicht zu entdecken sind. Zu gute Arbeit, haben
die französische Mineure des General Montclar bei der Sprengung der Burg geleistet und
was nach dem Schleifen der restlichen noch stehenden Mauern durch die
zwangsverpflichteten Bauern noch vorhanden war, wurde im Laufe der Jahrhunderte als
Baumaterial abtransportiert. Die filigransten und im Detail schönsten Fenster- und
Türstürze, Schmucksteine, gut behauene Steine und natürlich auch die Reste der
Umfassungsmauer. Bei den später durchgeführten Sicherungs- und
Instandsetzungsarbeiten, zuletzt 1979 – 1982, wurde dann der größte Teil, der
vorhandenen Überreste verbaut. Die heute noch frei sichtbaren Materialien, bestehen bis
auf wenige Ausnahmen, meistens aus minderer Bausubstanz. Sicher ist, es dürfte keine
Burg geben haben, bei der die französischen Zerstörer gründlicher und gnadenloser als
bei der Wegelnburg vorgegangen sind. Da die Burg bereits vor ihrer Zerstörung nicht
mehr im besten Bauzustand und so gut wie verlassen war, dürfte der Grund dieser
umfassenden Zerstörung nicht im
materiellen Wert der Anlage als Festung
gelegen haben, ideologische Gründe,
die dominierende Lage und die
restlichen noch vorhanden Erinnerungen
an eine große Vergangenheit, dürften
ehr die Ursache gewesen sein.
Bei der Wegelnburg könnte die seltene
Konstellation vorhanden gewesen sein,
dass es eine Hauptburg mit Zwinger und
Vorhof (in dem sich das
Haupteingangstor befand) und eine
weiteren Nebenburg (heute Krötenstuhl
und Wachfelsen) die ebenfalls mit einem
größeren Vorhof, bzw. Zwinger
ausgestattet waren, gegeben hat. Vereinfacht gesagt, es könnte die auch
architektonische oder bautechnische Besonderheit zutreffen, dass es sich um zwei ganz
voneinander getrennte Teile ein und derselben Burg handelte.
Die Wegelnburg eine besondere Burg
Es gilt als sicher, dass bei der Erbauung königlicher Wille der
Wegelnburg den ganz besonderen Auftrag zugedacht hatte,
Mittelpunkt der Reichsgewalt in diesem Raum zu sein. Ihre
Aufgabe beschränkte sich deshalb nicht allein auf die
Beherrschung der in der Nähe befindlichen Höhen und Täler,
sondern Ihr oblag gleichzeitig die Aufsicht über die umliegenden
Reichsbesitzungen an Wäldern, Weiher, Wasserläufe, kultiviertem
und ödem Land, wie auch über menschliche Ansiedlungen.
Krötenstuhl
Wachtfelsen
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